CE - TIROL

CE? - WAS IST DAS?

EIN NEUES PFINGSTEN

Geschrieben von: KG   

Seit dem Ende der 60er Jahre gibt es in der Katholischen Kirche - wie auch in anderen christlichen Kirchen - einen neuen geistlichen Aufbruch. Menschen erfahren diesen als ein Geschenk des Heiligen Geistes, als ein neues persönliches Pfingsten.

Auf der ganzen Welt, in Nord- und Südamerika, in Afrika und Ozeanien, in Asien und Europa bezeugen Millionen von Christen, dass sie eine neue lebendige Gottesbeziehung gefunden haben.

Dieser Aufbruch wird Charismatische Erneuerung genannt.

Menschen erfahren, dass ...

  • Gott sie persönlich kennt und liebt,
  • Gott Kraft schenkt für die Bewältigung des Alltags,
  • Gott erfahrbar durch Gebet und Sakramente handelt,
  • Gottes Geist sie beschenkt mit Fähigkeiten und Gaben, um Jesus Christus zu verkünden, die Einheit der Christen zu fördern und eine Zivilisation der Gerechtigkeit und der Liebe mit aufzubauen.

Viele Christen, die für ihr Leben und für die Kirche eine grundlegende Erneuerung aus dem Geist Gottes ersehnen, haben in der Charismatischen Erneuerung Heimat und Perspektive gefunden.

Sie verstehen diese Erneuerung auch als Antwort auf die bedrängenden Krisen der Kirche und des Glaubens heute:

  • Ein zunehmender Teil der Bevölkerung in Europa wächst ohne jede Form kirchlicher Bindung auf oder distanziert sich von den Kirchen;
  • der Glaube an einen persönlichen Gott schwindet;
  • christliche Werte verlieren dramatisch an Geltung;
  • Menschen geraten auf der Suche nach spiritueller Erfahrung in Sackgassen und Unfreiheiten.
Charismatisch ?

Das griechische Wort "charisma" bedeutet "Geschenk". Charismatische Erneuerung meint also zunächst einmal eine von Gott geschenkte Erneuerung.

Charismen sind aber auch persönliche Gaben des Geistes. So benennen der 1. Korintherbrief (Kap. 12-14) und der Römerbrief (Kap. 12) eine Vielzahl von Gaben, die der Heilige Geist schenkt: Erkenntnis vermitteln, prophetisch reden, heilen, trösten, ermahnen, lehren, Barmherzigkeit üben und vieles mehr. Solche Gaben werden auch heute gegeben zum persönlichen Wachstum und zum Dienst am anderen.

Charismatische Erneuerung meint somit auch eine Erneuerung durch die Annahme und das Leben mit den Charismen.

Charismatische Erneuerung weltweit
In Deutschland treffen sich zur Zeit etwa 11.000 katholische Christen aller Altersgruppen in ca. 500 Gebetsgruppen, Hauskreisen und neuen geistlichen Gemeinschaften. Weltweit beträgt die Zahl charismatischer Christen in der Katholischen Kirche 135 Millionen römisch-katholische Christen in mehr als 100 Ländern (ICCRS-Newsletter Dez. 2007).

Die Charismatische Erneuerung in der Katholischen Kirche ist eine offene Bewegung, ohne formelle Mitgliedschaft. Sie sucht das, was sie von Gott empfangen hat, in das Ganze der Kirche und der Gesellschaft einzubringen, um so zu deren Erneuerung beizutragen.

Sie gehört zu den neuen Geistlichen Bewegungen, die Papst Johannes Paul II. eine wichtige Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils und eine besondere Gabe Gottes an unsere Zeit nennt; von ihnen erwartet er einen "neuen Frühling" in der Kirche (Ansprache beim Pfingsttreffen der Geistlichen Bewegungen 1998 in Rom). Die Katholische Charismatische Erneuerung ist durch die Deutsche Bischofskonferenz anerkannt; die Diözesansprecher/innen werden durch den jeweiligen Ortsbischof bestätigt.

Die Charismatische Erneuerung in der Katholischen Kirche steht auch im Zusammenhang mit dem pfingstlich-charismatischen Aufbruch, der heute alle Kirchen durchzieht. Mehr als 25% der Christenheit rechnen sich diesem weltweit stark wachsenden Aufbruch zu.

"Die Charismatische Erneuerung ist eine Chance für Kirche und Welt !" (Papst Paul VI.)

INFO-CE

Liebe Freunde/innen der Charismatischen Erneuerung,

„Warum ist es gut, zur CE zu gehören?“ fragte jemand.

Wir möchten Euch aus eigenem Nachdenken ein paar Gründe nennen:

  1. weil die CE eine Gebetserhörung ist. Papst Johannes XXIII. betete vor der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils: „Erneuere in unserer Zeit deine Pfingstwunder…“. Die Bitte um ein neues Pfingsten in der Kirche war sein Leitmotiv. Viele Jahrzehnte zuvor (um 1900) hatte die selige ital. Schwester Elena Guerra Papst Leo XIII. in mehreren Briefen bewogen, sich für die Wieder-Entdeckung des Hl. Geistes im Leben der Gläubigen einzusetzen und die Pfingstnovene mit der Bitte um eine Neu-Ausgießung des Hl. Geistes in der Kirche einzuführen. Die Studenten, die 1967 eine solche „Ausgießung“ und damit den Anfang der katholischen Charismatischen Erneuerung erlebten, hatten das zuvor ernst genommen: Monate lang hatten sie die Pfingstsequenz gebetet. Sie waren wie Papst Joh. XXIII. und später seine Nachfolger davon überzeugt, dass nicht nur äußere Reformen die Kirche erneuern würden, sondern Gott selbst durch eine Veränderung der Herzen im Hl. Geist. Das Gebet wurde erhört.
  2. weil die CE eine wirkliche Lücke im Leben vieler Katholiken schließt: durch die Betonung einer persönlichen Jesus-Beziehung und einer bewussten Öffnung für die Erfahrung des Hl. Geistes.
  3. weil die CE vom Geist Gottes geführt, schon seit ihren Anfängen Wege zur Evangelisation entwickelte, einige Jahre bevor in der kath. Kirche (seit 1975) über dieses Wort und die Aufgabe theoretisiert und dann zaghaft nach praktischen Wegen gefragt wurde. Das „Leben-im-Geist-Seminar“ der CE (vor 1970 entstanden) ist ein solcher Weg, der unzählige Menschen zu einem „neuen Leben“ geführt hat.
  4. weil man im Angebot der CE geistliche Erfahrungsschritte machen kann, die in anderen Bewegungen in dieser Weise nicht erprobt sind: die Bitte um die „Taufe im Hl. Geist“ und das „Gebet um innere Heilung“ durch Gott.

Übrigens sieht man, dass in den letzten 10 Jahren Elemente aus der CE ins gesamte Leben der Kirche übernommen wurden, ohne dass vielen die Herkunft bekannt ist: Übernahme des Lobpreis-Liedguts; persönliche Tauferneuerung; Gebet mit Handauflegung; Zeugnisse, Orantenhaltung (Gebet mit erhobenen Händen); und besonders Glaubenskurse, die zu religiöser Erfahrung und einer christlichen Grund-Entscheidung führen (im Unterschied zu theologischen Bildungsveranstaltungen).

 
Trotz allem halten sich noch einige Missverständnisse über die CE. Sie sollen hier geklärt werden:

  1. Die CE ist nicht durch Übertragung einer evangelisch-freikirchlichen Spiritualität in die kath. Kirche hinein entstanden, sondern in einer Kapelle vor dem Allerheiligsten. Das geschah im Jahr 1967 in einer Gruppe katholischer Dozenten und Studenten in Pittsburgh/USA. Sie wurden dort mit einer unerwarteten „pfingstlichen“ Geist-Erfahrung beschenkt. Dass dies später zu Begegnungen mit Christen anderer Konfessionen führte, die sich wechselseitig über ähnliche Erfahrungen freuten, ist eine „ökumenische Gnade“. Sie führt nicht zur Vermischung, sondern hilft zu einer „geistlichen Ökumene“, die kürzlich gerade wieder von unserem Papst angemahnt wurde.
  2. Die CE ist kein gerade noch geduldeter „Wildwuchs“ im Garten der kath. Kirche, sondern voll anerkannt und strukturiert. Für Deutschland kann man das nachlesen in dem kleinen Heft „Der Geist macht lebendig - Theologische und pastorale Grundlagen der CE in der kath. Kirche Deutschlands“, bestätigt durch die Deutsche Bischofskonferenz im Frühjahr 1987. Darin steht u.a., dass es gewählte CE-Bistumssprecher gibt, die vom Bischof bestätigt werden.

Quellenverweis: INFO-BRIEF JANUAR 2009 CE-Deutschland Bistum Fulda

Ps 96,1; Ps 98,1; Ps 149,1Jes 42,10  

Singt dem Herrn ein neues Lied

Ps 22,4 ELB 

Du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels!

Quellenverweis: www_bibleserver_com